Der Wiesnerviadukt ist die höchste Brücke der Rhätischen Bahn. Mit einer Höhe von 88,9 Metern und einer Länge von 210 Metern überspannt er seit 1909 das Landwassertal bei Wiesen und zählt bis heute zu den eindrucksvollsten Bauwerken Graubündens.
Der Viadukt entstand zwischen 1906 und 1908 nach den Plänen von Friedrich Hennings. Für die Berechnungen und die örtliche Bauleitung war Ingenieur Hans Studer verantwortlich, die Gesamtleitung lag bei Oberingenieur Peter Otto Saluz. Das berühmte Holzlehrgerüst wurde vom Ingenieur G. Marasi entworfen und vom Bündner Zimmermeister Richard Coray mit zwölf Zimmerleuten errichtet.
Mehr als hundert Jahre später wird die Brücke noch immer täglich von den Zügen der Rhätischen Bahn befahren.
Vom Fussgängersteg "Sky Walk" und der Aussichtsplattform Coray aus geniessen Sie einen spektakulären Blick auf dieses Bauwerk und die umliegende Landschaft.
Als der Wiesnerviadukt geplant wurde, gehörte er zu den modernsten Ingenieurbauten der Schweiz. Die statischen Berechnungen von Hans Studer basierten auf neuen Methoden, welche schlankere Pfeiler und einen eleganteren Hauptbogen ermöglichten als viele ältere Steinbrücken.
Mit einem Bauvolumen von knapp 10'000 Kubikmetern war der Wiesnerviadukt damals das grösste Bauwerk der Rhätischen Bahn.
Um 1900 entstanden viele Brücken aus Eisen oder Stahl. Die Rhätische Bahn entschied sich jedoch bewusst dafür, ihre grossen Viadukte aus Stein zu bauen. Sie sollten sich möglichst harmonisch in die alpine Landschaft einfügen.
Die sichtbaren Teile des Wiesnerviadukts bestehen aus Granit- und Gneissteinen. Für den Hauptbogen wurden Betonsteine verwendet, die direkt vor Ort hergestellt wurden.
Die Brücke wäre ohne das gewaltige Lehrgerüst aus Holz nicht möglich gewesen. Ursprünglich war ein Lehrgerüst aus Stahl geplant. Um Zeit zu sparen, entschied man sich jedoch für die von G. Marasi vorgeschlagene Holzkonstruktion.
Auf dem Bahnhofareal Wiesen wurden die Bauteile vorbereitet, nummeriert und anschliessend in der Schlucht zusammengesetzt. Das Lehrgerüst wurde von Richard Coray und zwölf einheimischen Zimmerleuten errichtet.
Nach der Fertigstellung des Gewölbes wurde das Gerüst wieder entfernt. Zurück blieb die Brücke – und eines der bedeutendsten Bauwerke der Rhätischen Bahn.
RTR hat Richard Coray einen sehenswerten Filmbeitrag gewidmet. Diesen finden Sie unter folgendem Link.